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Grundlagen ohne Wirkstoffe
Grundlagen mit Wirkstoffen

Update: 22.01.2019


Grundlagen ohne Wirkstoffe

Grundlagen die Vehikel spielen eine wichtige bis dominante Rolle bei einer dermatologischen Therapie. Die Grundlage kann dabei folgende Funktionen einnehmen:
  • Befeuchten = Zuführen von Wasser = Hydrieren = Hydratation
  • Fetten = Zuführen von Ölen / Fett = "Rückfetten"
  • Schützen = Schutz der Haut vor "Noxen" = Hautschutz
  • Austrocknen = Entfernen von Feuchtigkeit
  • Träger von Wirkstoffe(n) und dessen Liberation
  • Gewährleistung und Steuerung der Liberation
  • Steuerung der Retention in der Haut
  • Unterstützen der Therapie (Therapieverlauf)
  • Vermeidung - Verminderung von Nebenwirkungen
Die Wahl und somit auch die richtige Nomenklatur und somit Systematik der Grundlagen ist daher äusserst wichtig. Die Wahl der Grundlage richtet sich daher in erster Linie nach der Akuität, Hautzustand und nach dem Ort der Behandlung (Lokalisation).
Es ist daher auch nachvollziehbar, dass es bei einer dermatologischen Therapie keinen Placebo-Effekt der Grundlage selbst gibt. Neben der Art der Grundlage darf auch die Menge der zur Therapie notwendigen Mengen des entsprechenden Präparates nicht vergessen werden. In der folgenden Tabelle sind die erforderlichen Mengen für die entsprechenden Areale und Dosierungen angegeben.

Die Grundlagen und die entsprechende Nomenklatur werden dabei folgendermassen eingeteilt und definiert:

Einleitungstext als PDF 
Detaillierte Rezeptur 
 
 
Verhalten mit Wasser Galenisches System  
Abwaschbar (äussere Phase ist hydrophil) Hydrogele
Schüttelmixtur (Lotio)
O/W-Lotion (Hydrolotion)    
O/W-Creme (Hydrophile Creme)
O/W-Cremepaste (Cremepaste)    
Wasserabstossend (äussere Phase ist lipophil) W/O-Lotion (Lipolotion)    
W/O-Creme (Fettcreme)
Fettpaste
Fettsalbe

Für die Therapie lassen sich folgende einfachen Grundregeln ableiten:
  • Sebostatische Haut (trockene Haut) -> eher lipophile Grundlagen
  • Seborrhoische Haut (fettige Haut) -> eher hydrophile Grundlagen
  • Akute Zustände -> eher hydrophile, kühlende Grundlagen
  • Chronische Zustände -> eher lipophile Grundlagen
  • "Feucht auf feucht" -> v.a. wichtig bei moderner Wundbehandlung
  • Keine Okklusion bei intertriginöser Anwendung
  • Okklusion steigert idR die Permeation & Penetration von Wirkstoffen

Eine detailliertere Übersicht zum Einsatz der richtigen Grundlage gibt Pflugshaupt in: "Grundprinzipien der dermatologischen Lokaltherapie" ; Ther. Umschau, 55, 8 (1998) 470 - 477.